{"id":2123,"date":"2021-06-18T18:43:38","date_gmt":"2021-06-18T21:43:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.icpa-gz.org.py\/DE\/?post_type=tribe_events&#038;p=2123"},"modified":"2021-06-18T18:43:38","modified_gmt":"2021-06-18T21:43:38","slug":"haus-kino-aus-westlichen-richtungen","status":"publish","type":"tribe_events","link":"https:\/\/www.icpa-gz.org.py\/DE\/evento\/haus-kino-aus-westlichen-richtungen\/","title":{"rendered":"Haus-Kino | AUS WESTLICHEN RICHTUNGEN"},"content":{"rendered":"<p>Juliane Henrich, 2016, 61 Min. Essay-Dokumentarfilm.<\/p>\n<p><strong>Nur am Dienstag, 20. Juli | im Rahmen des Festivals <a href=\"https:\/\/www.goethe.de\/ins\/ar\/de\/kul\/ser\/hak.html\">Haus-Kino<\/a><br \/>\nParaguay 18 bis 23 Uhr<br \/>\nArgentinien und Uruguay 19 bis 24 Uhr<br \/>\nNach der Reservierung im genannten Zeitraum steht der Film 48 Stunden zur Verf\u00fcgung.<\/strong><\/p>\n<p>&gt;&gt;\u00a0<strong><a href=\"https:\/\/haus-kino.goethe-on-demand.de\/\">Haus-Kino | Goethe on demand<\/a><\/strong><\/p>\n<p><i>Aus westlichen Richtungen<\/i>\u00a0(2016) sp\u00fcrt mit Meisterhaftigkeit der Frage nach, wie der Begriff des \u201eWestens\u201c sich von seiner urspr\u00fcnglichen Bedeutung losl\u00f6sen und zur Bezeichnung eines Gesellschaftsmodells werden konnte, um schlie\u00dflich in jede Spalte der\u00a0 westdeutschen Geschichte zu dringen. Der Film ist ein Road Movie, das uns durch nicht verortbare deutsche St\u00e4dte f\u00fchrt und zeitweise mit Bildern z.B. einer Wohnungsaufl\u00f6sung zur Ruhe kommt. Die abstrakte Musik und die Stimme der Sprecherin erg\u00e4nzen sich und \u00f6ffnen die Wahrnehmung f\u00fcr pers\u00f6nliche Erinnerungen der Filmemacherin, Kommentare \u00fcber die Nachkriegsarchitektur und -wirtschaftspolitik, die das Einfamilienhaus als Modell und Garantie eines angeblich ewigen Wohlstands bewarben. Eine Normalit\u00e4t und Sicherheit werden ins Ged\u00e4chtnis gerufen, die einer anderen Epoche angeh\u00f6ren und seit langem schon verschwunden sind. Das Konstrukt des Westens ist das Relikt einer Epoche, die in pers\u00f6nlichen Erinnerungen \u00fcberlebt, bis das kollektive Erz\u00e4hlen sie \u00fcberschrieben haben wird. Mit seiner poetischen Sch\u00f6nheit l\u00e4dt uns\u00a0<i>Aus westlichen Richtungen\u00a0<\/i>ein, die wechselnden historischen Verkn\u00fcpfungen und Bedeutungen zu entdecken, die in einer bestimmten Topografie eingeschrieben sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 class=\"zwischenueberschrift\">KRITIKEN UND EMPFEHLUNGEN<\/h2>\n<p>Rasen und Moos wuchern auf die Steinplatte hin\u00fcber. Westdeutschland in einem Bild. \u201eAus westlichen Richtungen\u201c ist eine Spurensuche nach einem Land, das bei der Wiedervereinigung unterging, vor lauter Selbstgef\u00e4lligkeit aber den eigenen Untergang verpasst hat. Im Kommentar verkn\u00fcpft die Filmemacherin pers\u00f6nliche Reflexionen und eine Kulturgeschichte Westdeutschlands. Graubrauner Waschputz, zum Inbegriff der Freiheit verkl\u00e4rt. (Fabian Tietke, taz)<\/p>\n<p>In den Suchbewegungen des Films pendelt die Erz\u00e4hlerin zwischen Reflexionen \u00fcber moderne Architektur und Eigentumsverh\u00e4ltnisse zu kleinteiligen Szenen aus der Kindheit und der weitergereichten Erinnerung an ein \u201eeingeklemmtes Westdeutschland\u201c, in der die Zeit der Eltern in einer K-Gruppe der 70er Jahre nachgezeichnet wird. Kristallisationspunkt ist immer wieder das Einfamilienhaus \u2013 von Adenauer und seinen Zeitgenossen als Bollwerk gegen den Osten angepriesen, schon von Engels als Mittel zur Eind\u00e4mmung allen Aufbegehrens angeprangert. Trotz seiner Dekonstruktion erscheint der Westen im Film auch als kindlicher Sehnsuchtsort, in dem \u201ealle noch an das gleiche Fernsehprogramm angeschlossen\u201c waren.<br \/>\n(Medienboard Berlin-Brandenburg. Film und Medien Stiftung NRW)<\/p>\n<h2 class=\"zwischenueberschrift\">REGISSEURIN &#8211;\u00a0JULIANE HENRICH<\/h2>\n<p><span class=\"artikelBildLinks\"><span class=\"teaserBildContainer\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"artikelBildLinks\" title=\"Juliane Henrich \" src=\"https:\/\/www.goethe.de\/resources\/files\/jpg1040\/j.henrich_square_smaller---copia-formatkey-jpg-default.jpg\" alt=\"Juliane Henrich\" width=\"245\" height=\"213\" \/><span class=\"bildnachweis\">\u00a9 Danny Avidan<\/span><\/span><\/span>Juliane Henrich studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und an der Universita\u0308t der Ku\u0308nste Berlin. 2009\/2010 verbrachte sie ein Jahr an der Bezalel Academy of Arts and Design Jerusalem.<br \/>\nAls Sch\u00fclerin von Cineasten wie Heinz Emigholz, Thomas Arslan und Avi Mograbi machte sich Juliane Henrich einen Namen auf internationalen Filmfestivals und im Ausstellungskontext darunter: Berlinale\/Forum Expanded, Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, Jihlava Film Festival, Duisburger Filmwoche, The Images Festival\/Toronto und bei Visions du Re\u0301el\/Nyon. 2018 war sie Fellow an der Villa Aurora in Los Angeles. Ihre Filmessays besch\u00e4ftigen sich h\u00e4ufig mit Orten, die eine soziale, konzeptuelle oder architektonische Verwandlung erfahren. Henrich beschreibt dies folgenderma\u00dfen: \u201eMeine Filme sprechen von Orten die sich ver\u00e4ndern, umstrukturiert oder \u00fcberschrieben werden.\u201c Diese Orte sind gleichzeitig die Essenz, der Ausgangspunkt und das Ziel ihrer Filme. Bilder von Orten und ihrer Architektur werden verflochten mit Kommentaren aus dem Off und legen so die unz\u00e4hligen Schichten frei, durch die eine Weltanschauung gebildet wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Juliane Henrich, 2016, 61 Min. Essay-Dokumentarfilm. Nur am Dienstag, 20. 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